Andreas Thiel – Politsatire 3

Es scheint, das Wohl des Damokles hänge mal wieder am roten Seidenfaden des blutigen Schwertes in seiner eigenen Hand. In seinem dritten politischen Programm zieht der Ritter von der fröhlichen Gestalt mit dem Morgenstern gegen das Abendland.


Andreas Thiel ist der Dandy unter den Komikern, der Henker unter den Poeten und der Wolf im schwarzen Schafspelz unter den Kolumnisten. Er ist ein Meister des verbalen Floretts, der Ritter mit dem Löwenzahn auf dem Schild und dem Morgenstern in der Hand. Seine einzige erogene Zone ist sein Intellekt. Sekundiert wird der Bühnenfreibeuter (ausser am 8. Mai) wieder von Annalena Fröhlich, der coolsten Pianistin weit und breit. Als Gott den Bühnenkünstlern das Lampenfieber verteilte, guckte Annalena grad kurz aus dem Fenster. Die Nonchalance, mit der sie die Tiraden des Wortgewaltigen relativiert, ist atemberaubend.

Nur für Schwindelfreie
Wer ihn kennt, der weiss: Thiel redet sein Publikum schwindlig. Auch in der Poltisatire 3 dreht er wieder aberwitzige Sprach-Pirouetten, schlägt doppelte Sinn-Saltos, schreitet ganz locker dicht am Abgrund zur Political Correctness, erklimmt dabei den Gipfel der Assoziationslust und lässt von hoch oben seinen bissigen Spott über das religiöse, atheistische, vegetarische oder bundesrätliche Absurdistan rieseln.

«... es macht unerhört Spass, dem Kerl zuzuhören. Am Wegrand pflückt er Sätze von poetscher Kraft: Die Wurzel des Übels ist seine Potenz – Nicht alles, was wahr ist, ist traurig – Wenn sich die Deutschen bewegen, gibt es Stau …» Neue Zürcher Zeitung

Sprache: Hochdeutsch



Spieldaten - Andreas Thiel – Politsatire 3


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