Christof Stählin (1942-2015)Eine Hommage

Sa | 24. November 2018 | 20.00 Uhr
Exklusiv in der Cappella
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Spieldaten

Nov 2018

Mit Martin Betz, Luise Enzian, Markus Heiniger, Sebastian Krämer, Uta Köbernick und Annett Kuhr.

Christof Stählin war im Jahr 2000 der erste deutsche Künstler, der eine ganze Woche bei uns gastierte – mit seinem Programm «Barbaren». Es folgten in den kommenden Jahren «Die Kunst der Herablassung», «In den Schluchten des Alltags», «Giacomo Casanova» und «Boris Bestoff» und Die Geschäftsbeziehung wurde zur Freundschaft und wir erfuhren, dass Christof in seiner 1989 gegründeten Akademie für Musik und Poesie SAGO Dutzende von Chansonniers und Kabarettisten ausbildete, die wunderbar auf unsere Bühne passten: Uta Köbernick, Bodo Wartke, Dota Kehr, Sebastian Krämer, Tina Häussermann, Andreas Thiel, Markus Heiniger, Jacqueline Schlegel, Tom van Hasselt, um nur einige zu nennen. Nur wenige Tage vor seinem letzten geplanten Gastspiel von «Wunderpunkte» erreichte uns im Februar 2015 die Nachricht, dass Christof Stählin schwer erkrankt sei – der Hirntumor, der damals entdeckt wurde, führte am 9. September zu seinem Tod.

Stählin war ein Gentleman-Künstler, irgendwie aus der Zeit gefallen. «Ich lebe in häufiger geistiger Abwesenheit zugunsten von zeit- und raumübergreifenden Denkstrukturen», sagte er von sich. «Mein Lieblingsdichter ist der schlesische Aufklärungsdichter Johann Christian Günther (1695 – 1723), meine liebste Musik ist die von Bach.» Sein wacher Blick für die Poesie des Unscheinbaren prägte seinen bescheidenen Lebensstil: «Wenn ich beim Spazierengehen an einem Gartenzaun vorbeikomme, lasse ich Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand an den Latten entlangrattern. Ansonsten dichte ich, spiele auf der Vihuela, denke nach, singe, halte meine Spottlust im Zaum und mich selber viel in der freien Natur auf. Ich arbeite in einem alten Stadtturm in Hechingen mit Blick auf die Schwäbische Alb.» «Unter den wirklich guten Kabarettisten ist er gewiß der stilvollste: Christof Stählin, dessen Name zum Synonym für edles, literarisch ausgefeiltes Kabarett geworden ist.»  Berliner Zeitung Dutzende Künstlerinnen und Künstler waren bei SAGO – nun versammeln sich ein paar von ihnen zu diesem einmaligen Abend zu Christofs Ehren und spielen seine schönsten Lieder und einige vom Meister inspirierte Chansons.  

Martin Betz ist ein überaus origineller Musikabarettist und arbeitete einige Jahre als Christofs Stählins Assistent an der Liedermacherschule SAGO; seit Stählins Tod führt er sie mit seinem Kollegen Matthias Binner zusammen weiter. 

Luise Enzian studierte Harfe und als Zweitstudium Barockharfe. Mit dem Songpoeten Martin Sommer (ebenfalls SAGO-Mitglied) spielt sie Duo-Programme. Zahlreiche Auszeichnungen, Stipendien, Tourneen und Rundfunkproduktionen. Sie lebt seit in Berlin und ist Präsidentin der Christof-Stählin-Gesellschaft.  

Alexandra Heiniger ist Ensemble-Mitglied des Förnbacher-Theaters im Badischen Bahnhof Basel. Dort rockt sie zurzeit die Bühne, als «stand up commedian» und Chansonière. Sind ihre Haare kurz, hört sie auf den Namen Markus. So nannten sie einst auch Bühnenpartner Fritz Widmer, Lehrer Christof Stählin.  

Sebastian Krämer tritt seit vielen Jahren in der Cappella auf. Er wurde unter anderem im letzten Jahr mit dem Deutschen Musikautorenpreis der GEMA ausgezeichnet, weil er, so die Jury, «rechtzeitig auf poetische Pfade lenkt, märchenhafte Geheimgänge findet oder gar ins Obskure entschwebt und sein Publikum damit vollends verwirrt.»  

Uta Köbernick – Cappella-Künstlerin des Jahres 2018 – schlägt als gebürtige Europäerin in der Schweiz die ihre Ostberliner Wurzeln tief in die Blumentöpfe unserer Vorurteile. Die diplomierte Schauspielerin wurde unter anderem mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Salzburger Stier ausgezeichnet.  

Annett Kuhr beendete 2000  beendete ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin und tritt seither im deutschsprachigen Raum mit ihren Liedern auf.


Sprache: Hochdeutsch

«Und wenn ich einmal nicht mehr aufzufinden bin, dann sucht mich nicht im Norden, denn dann steh ich als Zypresse, als Zypresse, als Zypresse, auf einem Berge jenseits aller Pässe, mit anderen zusammen da im Hain, dann laßt mich bei Zypressen sein. »
Christof Stählin
«Unter den wirklich guten Kabarettisten ist er gewiß der stilvollste: Christof Stählin, dessen Name zum Synonym für edles, literarisch ausgefeiltes Kabarett geworden ist.»
Berliner Zeitung