Schwalben, Wind & Musketier Christof Stählins Dichterschule Sago

So, 20. September 2020 | 20.00 Uhr
Exklusiv für Bern
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Spieldaten

Sep 2020

Ein kurzweiliger Abend voller gesungener Poesie im Geiste des grossen Wortmagiers Christof Stählin!

Der Dichtersänger Christof Stählin (1942 - 2015) war nicht nur häufiger Gast in der Cappella. Er gab die Fackel der Poesie auch an eine grosse Zahl jüngerer Songwriter und Liedermacher weiter, die er als Mentor in ihrer Entwicklung begleitete. Sago hiess und heisst die von Stählin gegründete und von seinen ehemaligen Schülern fortgeführt Dichterschule - und sie gastiert nach vielen Jahren endlich wieder in der Cappella. Auf der Bühne stehen Jacqueline Schlegel (Zürich), Liv Markus' (Biel-Benken), Ulrich Zehfuß (Speyer), Sparen auf Kaution (alias Merle Weißbach & Andreas Zimmer), Matthias Binner und Holger Saarmann (alle Berlin). Neben vielen Liedern Stählins aus allen Schaffensphasen können sich Chanson- und Liedermacherfans auch auf Lieder seiner «Schüler» freuen, die längst selbst zu festen Grössen der deutschsprachigen Liedermacher-Szene geworden sind. Im Laufe des Abends entfaltet sich ein Dialog zwischen Stählins Liedern und den Liedern der Sagonauten, wie sie sich nennen, – in dem Gemeinsamkeiten in der Art zu dichten ebenso sichtbar werden wie das grosse Spektrum der Künstler.

Christof Stählin war im Jahr 2000 der erste deutsche Künstler, der eine ganze Woche bei uns gastierte – mit seinem Programm «Barbaren». Es folgten in den kommenden Jahren «Die Kunst der Herablassung», «In den Schluchten des Alltags», «Giacomo Casanova» und «Boris Bestoff» und Die Geschäftsbeziehung wurde zur Freundschaft und wir erfuhren, dass Christof in seiner 1989 gegründeten Akademie für Musik und Poesie SAGO Dutzende von Chansonniers und Kabarettisten ausbildete, die wunderbar auf unsere Bühne passten: Uta Köbernick, Bodo Wartke, Dota Kehr, Sebastian Krämer, Tina Häussermann, Andreas Thiel, Markus Heiniger, Jacqueline Schlegel, Tom van Hasselt, um nur einige zu nennen. Nur wenige Tage vor seinem letzten geplanten Gastspiel von «Wunderpunkte» erreichte uns im Februar 2015 die Nachricht, dass Christof Stählin schwer erkrankt sei – der Hirntumor, der damals entdeckt wurde, führte am 9. September zu seinem Tod.

Stählin war ein Gentleman-Künstler, irgendwie aus der Zeit gefallen. «Ich lebe in häufiger geistiger Abwesenheit zugunsten von zeit- und raumübergreifenden Denkstrukturen», sagte er von sich. «Mein Lieblingsdichter ist der schlesische Aufklärungsdichter Johann Christian Günther (1695 – 1723), meine liebste Musik ist die von Bach.» Sein wacher Blick für die Poesie des Unscheinbaren prägte seinen bescheidenen Lebensstil: «Wenn ich beim Spazierengehen an einem Gartenzaun vorbeikomme, lasse ich Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand an den Latten entlangrattern. Ansonsten dichte ich, spiele auf der Vihuela, denke nach, singe, halte meine Spottlust im Zaum und mich selber viel in der freien Natur auf. Ich arbeite in einem alten Stadtturm in Hechingen mit Blick auf die Schwäbische Alb.» «Unter den wirklich guten Kabarettisten ist er gewiß der stilvollste: Christof Stählin, dessen Name zum Synonym für edles, literarisch ausgefeiltes Kabarett geworden ist.»  Berliner Zeitung Dutzende Künstlerinnen und Künstler waren bei SAGO – nun versammeln sich ein paar von ihnen zu diesem einmaligen Abend zu Christofs Ehren und spielen seine schönsten Lieder und einige vom Meister inspirierte Chansons.  


Sprache: Hochdeutsch

«Und wenn ich einmal nicht mehr aufzufinden bin, dann sucht mich nicht im Norden, denn dann steh ich als Zypresse, als Zypresse, als Zypresse, auf einem Berge jenseits aller Pässe, mit anderen zusammen da im Hain, dann laßt mich bei Zypressen sein. »
Christof Stählin
«Unter den wirklich guten Kabarettisten ist er gewiß der stilvollste: Christof Stählin, dessen Name zum Synonym für edles, literarisch ausgefeiltes Kabarett geworden ist.»
Berliner Zeitung