Joachim RittmeyerSpazirrgang in der Naherholungszone

Fr und Sa, 3. und 4. Dezember 2021 | 20.00 Uhr
Wir gratulieren zum Salzburger Ehrenstier!
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Spieldaten

Dez 2021

Für den Dezember verspricht uns Joachim Rittmeyer: Neue Situationen, Texte, Songs. Viel lieber als sauglatt zu sein, führt der Ostschweizer Kabarettist uns und seine Figuren aufs Glatteis. Viel eher als das «Unkrautvertilgungskabarett» liege ihm die Rolle als Seismograph, der das Unglück ahnt, bevor es eingetreten sei. Ziel seiner Arbeit sei das «lustvolle Verunsichern», das seine Programme viel fundamentaler politisch macht als das wohlfeile Ironisieren und Moralisieren.

Das Jahr 2021 ist für die Bühnenkunst wahrlich kein leichtes. Doch für ihn ist es eine runde Sache: das siebte Jahrzehnt rundete sich, die unfreiwillige Pause gab viel Zeit und Musse, um Begonnenes zu vollenden – und die Jury des Salzburger Stiers verleiht ihm, dem allerersten Preisträger von 1982, quasi zur Abrundung seines Lebenswerks, den Ehrenstier. Der «Grossmeister der skurrilen Rituale und wunderlichen Denkmanöver», so die Jury, wird für sein unverwechselbares Bühnenschaffen ausgezeichnet. Virtuos arbeitet Joachim Rittmeyer mit den Klangfarben verschiedener Dialekte, mit Tempowechseln und Pausen. Seine Programme sind hochmusikalisch und wirken richtiggehend komponiert. Die gemeinsame Geschichte mit der Cappella begann vor fast zwei Jahrzehnten: 2002 spielte Joachim bei uns «Copy Cabana». Inzwischen sind ein Dutzend Programme und 142 Vorstellungen dazugekommen, manche exklusiv für die Cappella, die Geschäftsbeziehung wurde zur Freundschaft!

Metzler, Brauchle, Jovan …

Bekanntlich sind Rittmeyers Abende Solostücke mit zahlreichen Mitwirkenden. Seine Fans freuen sich schon auf den knorrigen Welterklärer Theo Metzler, den jovialen Slaven Jovan Nabo und den sich stets etwas selber im Weg stehenden Zauderer Brauchle. Ja, genau, der Wanderfreund Brauchle mit dem Trennstab und dem Cassis-Glacé! All diese Figuren, in die Joachim Rittmeyer mit grossartiger Leichtigkeit schlüpft, diese Alltagshelden, die alle längst gescheitert sind und trotzdem niemals aufgeben. Sie sind gleichzeitig Geschöpfe und auch Charakterzüge des diskreten Doyen des Schweizer Kabaretts. Rittmeyer, so die Jury des Salzburger Stiers, «wird verehrt für seinen ebenso subversiven wie liebenswürdigen Humor, sein virtuoses Spiel mit Schweizer Macken und Dialekten, seine Musikalität und seinen Mut zur kompromisslosen Entschleunigung». 


Sprache: Mundart