Taff Theater Souvenir

Do bis Sa | 3. bis 5. Januar 2019 | 20.00 Uhr
Berner Première
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Spieldaten

Jan 2019

Eine höchst lebendige Erinnerung an Florence Foster Jenkins. «Souvenir» von Stephen Temperly ist ein überaus unterhaltsames, kurzweiliges Musik-Theaterstück. Mit hochkarätiger Klaviermusik, schrägem Gesang und mitreissendem Schauspiel erzählt das Taff Theater die wahre Lebensgeschichte der schlechtesten Opernsängerin aller Zeiten.

Florence Foster Jenkins liess sich, so das Zitat eines Kritikers «von den Absichten der Komponisten nicht einschüchtern» und so war und wirkte sie denn auch: unerschütterlich, selbstbewusst und sagenhaft talentfrei und zum Erbarmen falsch singend. Sie blendete jegliche Realitäten aus und beeindruckte mit unbeirrbarer Beharrlichkeit.

Zusammen mit Marco Schädler und Nikolaus Schmid entstand unter der Regie von Manfred Ferrari dieses besondere Stück. Es zeichnet ein liebevolles Bild dieser schwerreichen Frau mit den eigenwilligen Gesangskünsten und kuriosen Bühnenauftritten, die vom Publikum geliebt wurde und von der man mehr als siebzig Jahre nach ihrem Tod noch immer spricht – eine Tatsache, von der die vermeintlichen Superstars unserer Tage nur träumen können!

Florence Foster Jenkins: Ute Hoffmann 
Cosme McMoon: Marco Schädler
Cosme McMoon: Nikolaus Schmid

Autor: Stephen Temperley 
Regie: Manfred Ferrari 
Bühne/Technik Peter Hoffmann
Kostüme: Kerstin Köck
Musikalische Leitung: Marco Schädler

«Die Leute mögen behaupten, dass ich nicht singen kann. Aber niemand kann behaupten, ich hätte nicht gesungen.»
So steht es auf ihrem Grabstein, so hat Florence Foster Jenkins (1868 –1944) ihr Künstlerleben auf den Punkt gebracht.

Und damit auch ihr Leben; denn die reiche amerikanische Erbin lebte nur für und durch den Gesang. «Madame Flo» war und ist ein Phänomen. Die reiche amerikanische Erbin sang in den 1940er-Jahren vor einem hin- (und her-) gerissenen New Yorker Publikum nicht nur leidenschaftlich gerne die Klassiker der Opernliteratur, sondern sang diese auch total und zum Erbarmen falsch! Ihre Plattenaufnahmen genossen jahrzehntelang Kultstatus und erheitern ganze Partygenerationen. Wer damals «FFJ» live erleben wollte, durfte beim Ticketkauf nicht trödeln oder musste auf dem Schwarzmarkt Höchstpreise hinblättern. Was zunächst mit kleinen Soireen vor Park-Avenue-Freunden begann, endete mit einem legendären Konzert in der ausverkauften und tobenden Carnegie Hall. Die Reaktionen auf ihre balkenbiegend schräge Freistil-Sangeskunst waren extrem: Die Stimmung steigt, der Schweiss bricht einem aus, die Ohren schmerzen, der Atem geht stockend, das Herz rast und die Hände zittern. Damals verliess manch Besucher den Saal, um das Lachen nicht länger unterdrücken zu müssen, Damen erlitten hysterische Anfälle, das Publikum stopfte sich Taschentücher in der Mund, um nicht zu schreien, und GI’s zogen erst in den Krieg, wenn sie Madame Flo leibhaftig erleben konnten.
Die Diva ist unbelehrbar und rücksichtslos – der Begleiter am Klavier bleibt trotz der schwer zu ertragenden Verletzungen ihr treuer Diener. Aus der Perspektive des Pianisten Cosme McMoon schrieb Stephen Temperley ein humorvolles und einfühlsames Doppelportrait, in dem die talentfreie Sängerin zur tragischen Figur wird. Florence Foster Jenkins ist und bleibt eine Überzeugungstäterin, eine unerschütterliche, selbstbewusste und sagenhaft talentfreie Sopranistin, von deren Wirkung und Karriere vermeintliche heutige Superstars nur träumen können.


Sprache: Hochdeutsch