Klassik-Ohrarmung: Benues Quartett – ABGESAGT Schubert: Streichquartett Nr. 15 in d-moll D 810 «Der Tod und das Mädchen»

Mo, 27. April 2020 | 20.00 Uhr
Neu: Bewegte Hauskonzerte in der Cappella
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Die neue Klassik-Reihe in Berns Kleinkunstbühne La Cappella lässt Musik von der ganz grossen Sorte aufleben: Diejenige, die alles durchschreitet, was das menschliche Leben an Höhen und Tiefen zu bieten hat, die Grenzen sprengt und gleichzeitig unfassbar intim ist. Jedes Ensemble hat für sein Konzert ein persönliches Herzensstück ausgewählt, um es mit Musikhungrigen und Neugierigen in einer Ohrarmung zu teilen.

Zuhören, und zwar so, wie es Dir gefällt: Sitzend oder liegend, auf Polsterstuhl, Holzbank, Sitzkissen oder Yogamatte – Du hast die Wahl. Pro Abend steht genau ein Werk auf dem Programm. Damit Du richtig in die Musik eintauchen kannst, schaffen wir vor dem Konzert gemeinsam Platz für sie: durch simple Übungen entspannen wir den Körper, leeren den Kopf und öffnen unsere Sinne. Nichts muss – alles darf, lautet dabei die Devise.

Kuration: Sonja Koller | Gastgeber: Christoph Hoigné | Übungen: Sophie Kinkel | Publikumsvernetzung HKB: Barbara Balba Weber

Benues Quarett

Simone Roggen & Janina Müller, Violinen | Javier López Sanz, Viola | Samuel Justitz, Cello

«Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund, und komme nicht, zu strafen. 
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild, 
Sollst sanft in meinen Armen schlafen.»

Mit diesen Worten lockt der Tod ein junges Mädche^ in seine Arme – im Gedicht «Der Tod und das Mädchen» von Matthias Claudius, das Franz Schubert zunächst als Lied vertonte. Im Andante aus seinem Streichquartett Nr. 15 greift er das Thema und den langsam schreitenden Rhythmus seines eigenen Lieds auf, was dem Quartett seinen Beinamen gab. Alle vier Sätze dieses unglaublich dichten und dringlichen Werks sind in Moll gehalten. Da es vier Jahre vor Schuberts Tod entstand, zählen wir es zu Schuberts Spätwerk, doch der Komponist war zu dem Zeitpunkt erst 27 Jahre jung.

«Der Tod und das Mädchen» gehört mit einer Spieldauer von rund 40 Minuten zu den längsten Quartetten, die jemals geschrieben wurden, und auch zu den berühmtesten. Simone Roggen, Janina Müller, Javier López Sanz und Samuel Justitz kennen und lieben es alle seit ihrer Kindheit. Dass sie genau dieses Werk in ihrer Ohrarmung spielen wollten, war deshalb keine Frage. Der Name des Benues Quartetts setzt sich aus den unterschiedlichen Heimatländern und dem Wirkungsort seiner Mitglieder zusammen - Bern, Neuseeland und Spanien - und steht damit für Internationalität, die sich durch die Musik und in Bern vereint hat.