TrummerLabor 1: Amene sichere Ort

So | 2. September 2018
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Trummers wahrlich eigenartiges neues Album schlägt ein neues Kapitel auf. Der Berner Oberländer Songwriter Trummer legt sein achtes Album vor. Genau so hätte es wohl niemand von ihm erwartet.

Der Texter Trummer wird gern für seine Zwischentöne gelobt. Auch diese neuen Songs spielen abseits der dramatischen Alles-oder-Nichts-Themen. Trummer kartografiert Gemütszustände nach dem Finden und Ankommen. So sind diese Lieder gespickt mit unerwarteten, kleinen Wendungen: Zweifel, die der Liebe nichts anhaben können, und Liebe, die tückische Fragen nicht fürchtet. «Mini Liebi zu dir versteckt sich vor de Wort, vor de Näme u Gründ, amne sichere Ort», singt Trummer im Titelsong.

Trummer und seine langjährigen Mitmusiker spielen live und ohne Computertracks, bauen Klanglandschaften für die Songs auf, vermeiden Folkrock-Klischees und schöpfen aus ihrer Vielseitigkeit: Bassist Rob Aeberhard zückt auch seine Skills als Klangbastler, Keyboarder Mik Keusen baut seine Rhodes und Hammond-Sounds so um, dass man sich an seine atmosphärische Arbeit als Minimal-Komponist erinnert. Und Schlagzeuger Samuel Baur geht seiner Leidenschaft nach, sich das Drum-Set mit allerhand unerwarteten Gerätschaften zusammenzubasteln. Trummer begleitet auf verschiedenen Gitarren, die öfters einen langen Weg durch die Effekte zurücklegen.

Und schliesslich wird viel miteinander gesungen. Ergänzt werden die Songs aus dem neuen Album von ihren Gegenstücken aus der Diskografie: Lieder aus der Zeit, als das Drama noch angebetet und gesucht wurde. Lieder aus den berndeutschen Alben von «Im Schatte vo däm Bärg» über «Heldelieder» bis «Loryplatz».


Sprache: Berndeutsch